IfW-Chef: Strompreis muss runter

KIEL

Trotz seiner geringen Industrie- Dichte darf Schleswig-Holstein die Folgen eines möglichen Handelskrieges mit den USA nicht unterschätzen: Die Warnung ist deutlich, und sie kommt vom Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Der Fokus von Donald Trump, so Prof. Gabriel Felbermayr, könne sich bald auf Europa richten. Der deutsche Norden habe zunächst zwar weniger zu verlieren: „Allerdings sollte sich Schleswig-Holstein darauf nicht ausruhen, sondern seine industrielle Basis perspektivisch stärken“, sagte Felbermayr gestern Abend im Kieler Geomar bei einer Veranstaltung der Landesregierung. Anlass: Die nunmehr einjährige Amtszeit des Ökonomen an der Spitze des IfW. Ausgebremst wird das Wachstum im Norden nach Überzeugung Felbermayrs auch durch die im Bundesvergleich hohen Strompreise: Den hier vorhandenen Stromüberschuss nutzbar zu machen, wäre ein wichtiger Hebel, um die Industrie zu stärken und damit besser bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen. Eine weitere Herausforderung sei die Demografie: „Als ländlich geprägtes Land wird Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren noch schneller altern als Deutschland insgesamt es ohnehin schon tut.“