Kosten für öffentliches Internet explodieren
Nach der Ausschreibung wird deutlich: 80.000 Euro statt 40.000 Euro sollen Wlan Hotspots in Nortorf kosten
NORTORF
Im Windhundverfahren hat sich die Stadt Nortorf einen von deutschlandweit 400 Gutscheinen der Förderinitiative „WiFi4EU“ gesichert. 15.000 Euro Fördergelder gibt es für teilnehmende Kommunen, die Wlan Hotspots im öffentlichen Raum einrichten wollen. Bürger könnten in Nortorf rund um den Stadtpark, Bahnhof und die Niederlassung der Stadtwerke in der Poststraße kostenlos das Internet nutzen. Doch die Kosten sind unerwartet hoch. Ursprünglich hatten Verwaltung und die Stadtwerke Nortorf bei Erstellung ihres Konzepts zur Umsetzung der Hotspots mit 40.000 Euro gerechnet.
Nach der Ausschreibung liegen aktuelle Kalkulationen eines externen Unternehmens bei 80.000 Euro – und sind damit doppelt so hoch. Über das Vorhaben berät heute ab 19.30 Uhr der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Nortorf. Im Sitzungssaal des Rathauses, Niedernstraße 6, soll über mögliche Perspektiven gesprochen werden. Die endgültige Entscheidung soll in der Versammlung der Stadtverordneten am Dienstag, 25. Februar, fallen. Amtsdirektor Dieter Staschewski vom Amt Nortorfer Land fasst vorab zusammen: „Ich weiß nicht genau, warum die Kosten so stark angestiegen sind. Allerdings kann es gut sein, dass spezialisierte Unternehmen mit ihrem Fachwissen Probleme erkennen, die wir nicht sofort sehen.“ Ein Beispiel sei die Wlan-Versorgung im Stadtpark. Staschewski erklärt: „Dort gibt es viele Bäume und das Signal müsste dementsprechend immer wieder verstärkt werden. Das ist teuer.“
Bereits nach der Ausschreibung gab es erste Probleme. Laut Verwaltung wurden fünf Firmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Letztendlich reichten zwei Unternehmen ihre Angebote ein – bei einem fehlten jedoch Daten.
Amtsdirektor Staschewski betont: „Das Projekt ist umstritten. Wir haben von Gemeinden gehört, die öffentliches Wlan eingerichtet haben und damit jetzt nicht so glücklich sind.“ Ein Problem sei die Schaffung von sozialen Brennpunkten. Staschewski: „Eine kostenlose Internetverbindung zieht Menschen an. Gerade in Wohnungsnähe gibt es ungewollte Lärmemissionen.“ Bürgermeister Torben Ackermann (CDU) wollte keine Angaben dazu machen, ob sich seine Fraktion heute in der Sitzung für oder gegen das öffentliche Wlan aussprechen wird.
