Sieben auf einen Streich
Stadtmitarbeiter sind ab sofort mit Elektro-Fahrzeugen unterwegs
BRUNSBÜTTEL
Mehr als zwei Jahre sind vergangen, seit die Stadt Brunsbüttel die Agenda 2030 der Vereinten Nationen unterzeichnete und sich zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtete. Konkrete Maßnahmen blieb sie aber schuldig – bis jetzt.
Auf einen Streich hat sie nun sieben Elektrofahrzeuge für ihre Mitarbeiter angeschafft. Die Zoes der Marke Renault hat Alexandra Werner vermittelt, die im Auftrag der Stadtwerke Brunsbüttel die E-Mobilität in der Region vorantreiben soll.
Dabei sind Elektrofahrzeuge für die Stadt kein unbekanntes Terrain, wie Mitarbeiter Joscha Thoenes sagt: „Wir hatten bislang einige E-Wagen von den Stadtwerken gemietet. Nun sind wir komplett umgestiegen.“ Die alten Verbrenner hat Brunsbüttel nun gegen die neuen Fahrzeuge ausgetauscht, statt fünf stehen Mitarbeitern künftig sieben zur Verfügung. Bis zu 20 Mitarbeiter werden sich die E-Pkw ab sofort teilen und für Dienstfahrten nutzen.
„Der Bruttolistenpreis liegt pro Wagen bei 33 000 bis 34 000 Euro“, sagt Thomas Becker. Er ist Elektromobilitätsreferent bei einem Autohändler, mit dem die Stadtwerke zusammenarbeiten. Die Stadt Brunsbüttel habe jedoch nicht den vollen Preis für die geleasten Wagen gezahlt, sondern fast 40 Prozent Fördermittel vom Bund bekommen. Diese sind nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Andreas Wulff nicht nur Unternehmen oder Kommunen vorbehalten. „Sie gelten auch für Privatpersonen.“ Allerdings erscheinen die Elektrowagen vielen offenbar noch nicht attraktiv genug. Laut Becker liegt der Marktanteil der Fahrzeuge in Deutschland bei „deutlich unter zwei Prozent“ – immerhin: Tendenz steigend.
Joscha Thoenes durfte die gestern frisch ausgelieferten Pkw schon einmal Probe fahren und ist überzeugt. „Sie haben eine einfache Handhabung.“ Auch die Beschleunigung lobt der junge Stadtmitarbeiter. Für seine Kollegen, die noch ein wenig Hilfe brauchen im Umgang mit den neuen Autos, gibt es eine Einführung. „Wir erklären den Wagen, zeigen welche Apps benötigt und wie sie aufgeladen werden“, so Alexandra Werner. Letzteres passiert an den insgesamt sechs Ladestationen der Stadtwerke. Nach Angaben von Alexandra Werner sind die Fahrzeuge günstiger in der Unterhaltung und benötigen wenig Service: „Man lädt jährlich für etwa 450 Euro auf, berechnet auf 10 000 Kilometer.“
Die Agenda 2030 wurde 2016 von allen Staaten der Vereinten Nationen verabschiedet. Sie ist der Nachfolger der sogenannten Millennium Development Goals (Millennium-Entwicklungsziele) die von 2000 bis 2015 gültig waren, jedoch nur die Entwicklungsländer im Fokus hatten. Das Programm umfasst 17 Ziele auf verschiedenen Themenfeldern. Unter anderem sind das Maßnahmen zum Klimaschutz, Reduzierung von Ungleichheiten und hochwertige Bildung. Die Agenda 2030 ist eine freiwillige Vereinbarung, es drohen keinerlei Sanktionen, wenn die Ziele nicht umgesetzt werden.
