Elmshorn setzt seit 18 Jahren auf geleaste Dienstwagen
Die Flotte der Stadt umfasst 41 Fahrzeuge, darunter zehn Elektro-Autos. Zusammenarbeit mit drei lokalen Autohäusern spart Geld
ELMSHORN
Seit 2002 kauft die Stadt Elmshorn keine eigenen Fahrzeuge mehr, sondern nutzt Leasing-Angebote lokaler Autohäuser. Wirtschaftlichkeitsberechnungen hatten ergeben, dass dies kostengünstiger ist und den Aufwand für Unterhalt und Wartung reduziert. Derzeit umfasst die Flotte 41 Fahrzeuge – vom Elektro-Golf bis zum Sondereinsatzwagen für den Bauhof.
Die Flotte ist seit dem Start des Vollkostenleasings von 26 auf 41 Fahrzeuge gewachsen, erklärt der Betriebshofleiter Thomas Kruse. Und der Wandel gehe immer weiter. „Elektromobilität wird die Zukunft sein“, so Kruse. Bereits jetzt finden sich in der städtischen Flotte zehn E-Autos. „Schon vor vier, fünf Jahren haben wir diskutiert, ob wir auf Elektrofahrzeuge umsteigen sollen oder nicht“, sagt Bürgermeister Volker Hatje. Damals seien die Reichweiten allerdings noch sehr mangelhaft gewesen. Seitdem habe sich aber einiges getan, sodass „wir bei der letzten Ausschreibung gesagt haben, wir machen einen bedarfsgerechten Mix“, so Hatje. „Der Trend geht ganz klar zur Elektromobilität.“
Im klassischen Stadtverkehr sind die Verwaltungsmitarbeiter nun mit kleinen Elektrofahrzeugen unterwegs, die meisten anderen Fahrzeuge verfügen über einen Hybridantrieb. Nur für die großen Spezialfahrzeuge gibt es bislang noch keine wirtschaftlichen Alternativen. Betankt werden die Elektroflitzer mit Ökostrom. Dafür haben die Stadtwerke Elmshorn die notwendigen Ladesäulen am Rathaus, auf dem Betriebshof und bei der Stadtentwässerung gebaut.
„Insgesamt gibt es 15 Ladesäulen mit 30 Ladepunkten in unserem Netzgebiet“, sagt Kai Haalck von den Stadtwerken. Sein eigenes Unternehmen rüste ebenfalls nach und nach auf E-Fahrzeuge um. „Für die Stadt ist das eine der letzten Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept“, betont Klimaschutzmanager Markus Pietrucha, der zugleich auf den kommunalen Klimaschutzfonds verweist. „Wir bieten mit dem Geld aus dem Fonds auch Unternehmen und Privatleuten Unterstützung an, zum Beispiel beim Bau einer Ladesäule.“
Beim Kfz-Leasing arbeitet die Stadt mit drei Unternehmen zusammen: dem Autohaus Elmshorn als VW-Händler und Sponsor, Mercedes Walter Burmester und Autoservice Mohr als Renault- Händler. Außerdem ist die Sparkasse Elmshorn als zweiter Sponsor mit an Bord. „Wir sind von Anfang an mit dabei“, sagt Mitarbeiter Olaf Seiler. „Die Sparkasse und die Stadt gehören ja quasi zusammen. Und vielleicht ist unser Beitrag der Baustein, damit das Kfz-Leasing funktioniert.“
Für Jens Jähncke vom Autohaus Elmshorn ist die Partnerschaft mit der Stadt ebenfalls „enorm wichtig, um als regionaler Partner Präsenz zu zeigen. Leasing ist aus der Autowelt nicht mehr wegzudenken und wird auch im privaten Bereich immer attraktiver“. Die Stadt hat Leasingverträge über vier und fünf Jahre abgeschlossen. Die nächste Ausschreibung folgt voraussichtlich 2023. Bis dahin sollen auch die Elektroautos weiter verbessert sein.
Bis zur Umstellung auf das Leasing- Modell musste das Betriebshof-Team zum Teil in bis zu 25 Jahre alte Fahrzeuge steigen. Entsprechend hoch waren die Unterhaltungskosten von jährlich rund 125.000 Euro, Tendenz steigend. „Die Autos waren zum Teil verrottet, die Mannschaft sehr unzufrieden“, erinnert sich Betriebshofleiter Kruse. Davon ist heute dank des Leasing-Modells keine Rede mehr.
