Weiterer Solarpark in Bordesholm geplant
Anlage soll an der Strecke Kiel-Neumünster entstehen – Betreiber wollen Anteile anbieten
BORDESHOLM
Ein weiterer Solarpark in der Region Bordesholm rückt näher. Die Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB) planen, ein Projekt an der Bahnlinie Kiel-Neumünster zu realisieren – und Bürger sollen sich an dem Solarpark beteiligen können. Das ist ein Wunsch des neuen Forums Klimaschutz. Solarparks mit einer Leistung von zehn Megawatt sind in Schönbek und Mühbrook gebaut worden. Der Park in Schönbek soll in den nächsten Jahren doppelt so groß werden, in Sören ist ein großes Projekt in Planung. Bordesholm wäre die vierte Gemeinde mit einem großen Feld, auf dem Module Strom erzeugen. Öffentlich sind die Pläne, die die Versorgungsbetriebe zusammen mit einer Partnerfirma realisieren wollen, aber noch nicht. Durch den Solarpark dürften die VBB ihre Quote bei der regenerativen Energieerzeugung von 75 auf 100 Prozent steigern. Ende 2019 hatte Frank Günther, Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Bordesholm, seine Pläne angekündigt. „Nun sind die Verträge unterzeichnet“, sagte er. Es handelt sich um eine landwirtschaftliche Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Bordesholm: „Im Anschluss an das Mühbrooker Gebiet auf der rechten Seite vom Bahndamm in Richtung Kiel.“ Die Hälfte der Fläche gehört den Versorgungsbetriebe. 75 Prozent der Anteile an dem Solarpark sollen Bürger zeichnen können. „Damit werden die Menschen Teil der Energiewende und erhalten auch Rendite“, so Günther. Details stehen noch nicht fest. Es soll sich um einen kleineren Solarpark mit einer Leistung von sechs bis acht Megawatt handeln. Mit der Beteiligung von Bürgern, die es in Schönbek und Mühbrook gibt, kommen die Versorgungsbetriebe einem Wunsch des im Dezember in Bordesholm gegründeten Forums Klimaschutz entgegen. Die Gruppe, in der 40 Menschen mitwirken, will nach Angaben von Sprecherin Kerstin Wessel in diesem Jahr eine Einkaufsgemeinschaft Photovoltaik gründen. Die Wiederbelebung von „Sonnenscheinen“, die es als Beteiligung an Photovoltaikanlagen vor Jahren schon einmal gab, scheint greifbar nahe zu sein. Das Thema Klimaschutz liege den Versorgungsbetrieben auch am Herzen, so Günther. Das Forum sieht er als gute Plattform für Menschen, sich am notwendigen Veränderungsprozess zu beteiligen. Er will die Gruppe unterstützen. Am Montag gab es einen 90-minütigen Erfahrungsaustausch zwischen den Versorgungsbetrieben und dem Forum, in dem die geplante Einkaufsgemeinschaft thematisiert wurde. 300 kleinere und größere Anlagen gibt es in der Region bereits. „Viele Menschen würden auch gerne mitmachen – haben aber Hemmschwellen, mit Firmen und Behörden zu verhandeln. Da könne eine Einkaufsgemeinschaft helfen“, sagte sie. Und wenn es Beteiligungsmöglichkeiten, zum Beispiel an einem Solarpark gäbe, dann wäre das umso besser, so Wessel.
