Kreis Steinburg: Modellregion für Untersuchung zur Energiewende

KREIS STEINBURG

Ein Forschungsprojekt zur Energiewende ist am Montag im Kreis Steinburg gestartet: der „Energiekosmos Ensure“. Die Schleswig-Holstein Netz (SH Netz), die Netzgesellschaft der Stadtwerke Kiel AG und der Übertragungsnetzbetreiber Tennet haben den Praxistest für das Energienetz der Zukunft angekündigt. Dafür wurde eine Modellregion aus den Gemeinden Dägeling, Grevenkop, Neuenbrook, Lägerdorf, Rethwisch, Horst, Hohenfelde und Kiebitzreihe im Kreis Steinburg gebildet. Darüber hinaus fließen Energieerzeugung und -verbrauch von 114 Umlandgemeinden mit in die Betrachtung ein.

Der Energiekosmos ist ein Ergebnis des Forschungsprojekts „Neue Energienetzstrukturen für die Energiewende“, kurz: Ensure. Hierfür wird das Energiesystem unter Berücksichtigung aller relevanten Energieträger optimiert, wobei der Fokus auf den Stromnetzen liegt. Damit soll geklärt werden, wie zentrale und dezentrale Energieversorgungselemente im Gesamtsystem ausgestaltet sein müssen. Die entwickelten Konzepte werden dann im Energiekosmos umgesetzt. Hier werden auch neue Technologien erprobt.

Passende Strukturen

„Die Region wurde ausgesucht, weil dort die Erneuerbaren Energien weit ausgebaut sind und alle relevanten Energieträger in Form von Strom-, Gas- und Wärmenetzen vorhanden sind“, erläutert Joachim Kabs, Vorstand Netztechnik von SH Netz und Direktoriumsmitglied bei Ensure. Zudem weise die Region sowohl ländliche als auch die Nähe zu städtischen Strukturen auf, die sich in ihrer Leitungsdichte stark unterschieden. Kabs: „Die Region soll beispielhaft zeigen, wie die Energiewende gelingen und ein wesentlicher Beitrag zum Klimawandel beigesteuert werden kann. Die Erkenntnisse können auch auf andere Netzgebiete in Deutschland übertragen werden.“

In der ersten Phase des Projekts wurden Lösungsvorschläge für neue Energienetzstrukturen erarbeitet. Diese innovativen Ansätze und Technologien werden in den kommenden drei Jahren in so genannten „Piloten“ getestet und können dann in das Konzept für die praktische Umsetzung einfließen.

Schon jetzt sei absehbar, dass die Informations- und Kommunikationstechnologie eine große Rolle spielen wird. Und: Für den „Energiekosmos“ werden weder neue Stromtrassen verlegt noch neue Umspannwerke in der Region errichtet. Die Gemeinden sowie die Bürger werden sich in das Projekt einbringen können. Als Dialogplattform haben die Partner bereits eine Homepage aufgesetzt, auf der über das Projekt informiert wird, auf der Fragen gestellt und Ideen mitgeteilt werden können.

Infos: https://energiekosmos-ensure.de