Fernwärme soll klimafreundlich werden

Brainstorming beim Jahresempfang in Timmaspe – Gemeinde plant ein energetisches Quartierskonzept

TIMMASPE

Beim Jahresempfang in Timmaspe machten 50 Bürger Vorschläge zur Nutzung des flächendeckenden digitalen „Smart City“-Netzwerks der Stadtwerke Nortorf. Das Unternehmen Prokultur stellte sein kreatives Verfahren zur Bürgerbeteiligung beim energetischen Quartierskonzept um die Sporthalle vor. Die Dorfzukunft mit eigenen Ideen gestalten – darin haben die Bürger von Timmaspe Übung. Die Gemeinde lädt seit Jahren beim Jahresempfang zum gemeinsamen Brainstorming ein, bei dem neue Projekte entwickelt werden. Dementsprechend sprudelten beim Jahresempfang 2020 die Ideen, wie im Dorf das von Stadtwerken Nortorf flächendeckend geplante digitale Netzwerk „Smart City“ passgenau genutzt werden könnte. Zu den 36 Vorschlägen, die 50 Bürger beim Empfang machten, zählten unter anderem eine Babysitter-, eine Kleidertauschund eine Mitfahrbörse. Martin Grundmann von den Stadtwerken Nortorf, der das Smart-City-Konzept mit Winfried Bentke vorgestellt hatte, erklärte, er werde die Ergebnisse aus Timmaspe als Vorbild bei der Projektvorstellung in anderen Dörfern nutzen. Das zweite, im März geplante Bürgerbeteiligungsprojekt stellten die Projektplaner Gudrun Komfrey und Peter Bielenberg des Flensburger Planungsbüros Prokultur vor. Die Gemeinde plant ein energetisches Quartierskonzept für die Sporthalle, Grundschule, Schwimmbad und die Gebäude zwischen der Hauptstraße, der Bahnlinie und der Straße Am Teich. Die Konzeptkosten von rund 36000 Euro werden zu 85 Prozent von Bund und Land gefördert. Ein klimafreundliches Fernwärmenetz soll im Dorf aufgebaut werden. „Wir wollen eine Solaranlage auf dem Dach der Sporthalle installieren“, erklärte Bürgermeisterin Meike Derner. Ein Anwohner von der anderen Dorfseite plant seit Kurzem ebenfalls eine Fernwärmeversorgung. Die Projekte sollen gemeinsam weiterentwickelt werden. Bürger werden bei einem zweitägigen Workshop am Konzept beteiligt, das auch die generelle Dorfentwicklung umfasst. „Wir schlagen nichts vor, sind lediglich Organisatoren, die Aktivität geht von den Teilnehmern aus“, beschreibt Diplom-Kommunikationswirtin und zertifizierte Yoga-Lehrerin Gudrun Komrey von Prokultur den Ablauf des Workshops „ZAD! Zukunft anders denken“. Die Bürgerbeteiligung laufe nach der „Theorie U“ des deutschen Wissenschaftlers Otto Scharmer ab: „Damit arbeiten auch IT-Unternehmen.“ Anwohner aus dem Bereich, in dem das Fernwärmenetz gebaut werden soll, füllen zunächst ganz konventionell Fragebögen zu ihren Heizungsanlagen aus. Beim Workshop laden Gudrun Komrey und Projektplaner Peter Bielenberg dazu ein, aus unbewussten Tiefen frische Ideen ans Licht zu holen. „Grundannahme ist: Alle Menschen wissen, was gut und richtig für sie ist.“ Energie aufgetankt wird bei dem Workshop mit Entspannungs- und Bewegungsübungen. Nach Erfahrungen aus anderen Workshops versichert Gudrun Komrey: Am Ende hat Timmaspe neue, realistische Projekte und To-do-Listen für die Umsetzung: „Das Dorf wird nachhaltig aktiviert.“