Neuer Brunnen zum Schutz des Husumer Trinkwassers

HUSUM

Auch morgen noch sicheres Trinkwasser – das sei Ziel der Stadtwerke Husum Netz: „Wir setzen seit 2015 viel finanzielle und personelle Ressourcen ein, um das Grundwasser vor einem Salzriegel zu schützen, der derzeit am südwestlichen Rand unseres Fördergebiets liegt“, sagt Norbert Jungjohann, Geschäftsführer der Husum Netz. Nun ist der vierte Brunnen ans Netz gegangen, den der Wasserversorger seitdem gebaut hat. „Durch gezielte Entnahme von Wasser wollen wir den Riegel aufhalten, damit er nicht weiter ins Brunnenfeld vordringt. Die vorläufigen Ergebnisse sehen sehr gut aus“, sagt er. Damit sei die Phase beendet, in der das Aufhalten der Salzfront als dringlichstes Ziel im Vordergrund stand.

Vollständige Entwarnung gibt es indes noch nicht. „Dazu müssen wir mehr wissen über den Grundwasserleiter, etwa den genauen Verlauf, Fließgeschwindigkeit oder Bodenbeschaffenheit in der Umgebung. Mit diesen Erkenntnissen ist eine valide Aussage möglich“, erläutert Sönke Eggers, Technischer Leiter der Husum Netz, Teil zwei der Strategie. Mit Hilfe eines Grundwassermodells soll hier dieses Jahr Klarheit geschaffen werden.

Das Fördergebiet für Husums Trinkwasser liegt östlich der Stadt unter einem Geestrücken. Aus bis zu 120 Meter Tiefe wird dort seit 1902 Trinkwasser gefördert. Fünf der zwölf Brunnen sind als Mineralbrunnen anerkannt. Auch der Wasserverband Treene fördert aus demselben Grundwasserleiter. Für das Grundwassermodell haben sich die beiden Wasserversorger deshalb zusammengetan.

Über eine Fläche von 40 Quadratkilometern werden in den nächsten Monaten Daten gesammelt, die Aufschluss über Strömungsrichtung und -geschwindigkeit oder die Bodenbeschaffenheit geben werden. Rückenwind gibt es auch vom Land Schleswig-Holstein, mit dem die Husum Netz und der Wasserverband Treene im Austausch stehen: Für die Analyse greifen sie auch auf Daten aus Messstellen des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zu. Ziel ist ein möglichst praxisnahes Modell, „auch in Hinblick auf künftige Einflüsse durch Klimawandel oder andere Umwelteinflüsse“, so Eggers.

Neben dem Grundwassermodell nimmt die Husum Netz 2020 sämtliche Brunnen genau unter die Lupe. Alle werden hinsichtlich Bausubstanz, Zustand, Energieeffizienz und Fördermenge begutachtet.