Neuer Stadtwerke-Chef Jürgen Schäffner sieht sich in Plön mehreren Projekten gegenüber
PLÖN
Modernisierung der Kläranlage, Ausbau des Breitbandnetzes, neue Geschäftsmodelle: Der neue Chef der Plöner Stadtwerke Jürgen Schäffner hat einige Projekte vor sich. Der 55-Jährige kommt von den Stadtwerken Lübeck. Der gebürtige Mannheimer arbeitete nach seinem Studium der Elektrotechnik bei der AEG und verkaufte Technik für Kläranlagen und Wasserwerke. Dann wechselte er auf die kommunale Seite und arbeitete bei den Stadtwerken Hockenheim, Neu-Ulm und seit 2014 in Lübeck. In Plön übernimmt er konkret zwei Posten: Schäffner ist Vorstand der Stadtwerke in der Form einer Anstalt öffentlichen Rechts, die sich um die Stadtentwässerung, die Wasserversorgung und den Baubetriebshof kümmert. Daneben wird er Geschäftsführer der Versorgungs-GmbH der Stadtwerke, die Strom, Gas und Wärme liefert und derzeit ein Breitbandnetz knüpft. Das Klärwerk wird die größte Baustelle. Nachdem sich ein Abwasserverbund mit Preetz wegen der Kosten als zu teuer erwiesen hat, müssen die Plöner allein herangehen und ihre Anlagen modernisieren. Im Gespräch ist eine neue Klärstufe auf Algenbasis, die auch Wärme liefern kann. Schäffner möchte gerne das „Contracting“ ausweiten. Die Stadtwerke fungieren dabei unter anderem als Wärmedienstleister und kümmern sich zum Beispiel um Heizungen in Privathaushalten und Betrieben. Der Kunde zahlt dafür einen Wärmepreis, hat dafür aber mit der Wartung und den Kosten nichts zu tun. Ein ähnliches Modell schwebt Schäffner für Fotovoltaikanlagen vor. Seit fast zehn Jahren besteht in Plön der politische Wille, dass die Stadt die Netze für Strom und Gas übernimmt. Bislang betreibt sie die Schleswig- Holstein Netz AG, die sich landesweit vehement und bisher erfolgreich gegen eine Rekommunalisierung wehrt. Schäffner hat die Aufgabe, einen neuen Anlauf zu unternehmen. Die Stadt Plön wird das Wegenutzungsrecht neu ausschreiben. Daran werden sich auch die Stadtwerke mit einem eigenen Angebot beteiligen. Sollte sie den Zuschlag bekommen, stehen nicht ganz einfache Verkaufsverhandlungen über die Netze an. Die Bürger in Stadtheide können bald schon mit 100 Mbit im Internet surfen. Derzeit lassen die Stadtwerke die Glasfaserkabel verlegen. Im Ölmühlengebiet sollen die Haushalte Anfang nächsten Jahres online gehen können.