Zukunft der Gemeinden digital gestalten
Nortorf, Borgdorf-Seedorf und Schülp nehmen jetzt am Wettbewerb für den Aufbau einer Smart City teil
NORTORF
Der Ausbau von digitaler Infrastruktur steht im Landesentwicklungsprogramm auf Platz eins. Für Gemeinden wurde ein Wettbewerb für den Aufbau digitaler Smart City-Konzepte ausgeschrieben, an dem Nortorf, Borgdorf- Seedorf und Schülp teilnehmen. Auftakt ist ein Bürger-Infoabend am 13. Februar. Digitale Wege der Daseinsvorsorge für Städte und Dörfer finden – dafür sucht das Land zehn Modellkommunen mit cleveren Ideen. Zehn Konzepte zur Smart City erhalten Fördermittel. Es geht darum, in einem flächendeckenden digitalen regionalen Netzwerk Bürgern zukunftsweisende Angebote zu bieten, die den Alltag vom Arztbesuch bis zum Einkauf erleichtern. Nortorf, Borgdorf-Seedorf und Schülp planen ein gemeinsames Smart City- Konzept, das die Stadtwerke Nortorf tragen. Mit weiteren Gemeinden aus dem Amt Nortorfer Land werden Gespräche geführt, erklärte Martin Grundmann von den Stadtwerken. Die Stadtwerke erläutern bei der Vorstellung des Projekts am 13. Februar die Vorgehensweise und zeigen außerdem, wie die Daten geschützt werden. Ideen, Wünsche und Angebote der Bürger, Vereine und Verbände werden gesammelt. Visionen, wie das Netzwerk für die Region genutzt werden kann, sind ausdrücklich erwünscht. „Es gibt eine Experimentierklausel“, ermutigte Torben Ackermann, Bürgermeister von Nortorf. „Das Konzept kostet 60000 Euro“, erklärte Grundmann. Bislang teilen sich die drei Kommunen die Kosten, die voraussichtlich über einen Einwohnerschlüssel gesplittet werden. Die Stadtwerke haben bereits eine Antenne auf dem Stadtwerke- Gebäude aufgestellt, sie hat eine Reichweite von 1,5 Kilometern, berichtete Winfried Bentke von den Stadtwerken. Zwei weitere sind geplant. Die Strahlung des flächendeckenden digitalen lokalen Netzwerks, des Long Range Wide Area Networks (LoRaWAN), soll der eines Handys im Standby-Modus entsprechen. Der Energieverbrauch sei niedrig. Winfried Bentke erläuterte: „Nur wenn Signale übertragen werden, ist das Netzwerk aktiv.“ Es gebe keine Dauerstrahlung. Grundmann nannte Nutzungsbeispiele für eine künftige Nortorfer-Land-App: Digitale Parkplatz- Sensoren melden freie Stellplätze, die reserviert werden können. Carsharing- Wagen könnten per App gebucht und geöffnet werden. Geschäfte könnten digitale Kundenkarten mit Guthabenfunktion entwickeln, über die Einkäufe per Fingerdruck erledigt werden. Lebensmittel könnten an Ausgabestationen in den Dörfern oder bis ans Haus geliefert werden. Vorstellbar sind auch autonom fahrende Busse, die, per App aktiviert, Fahrgäste abholen. „Dafür ist allerdings ein Fünf-G-Netz notwendig“, erklärte Winfried Bentke. Das vorhandene Netzwerk überträgt bereits Messdaten der Stadtwerke und optimiert damit Arbeitseinsätze. Beispiele sind Sensoren, die Glatteis digital melden und damit den Räumdienst aktivieren oder Sensoren, die die Müllabfuhr bei einer Maximalbefüllung von Mülltonnen informieren. „Die Förderrichtlinie für Smart City kam am 18. Dezember 2019 heraus“, berichtete Ackermann. Die überzeugendsten zehn Smart City-Konzepte werden vom Land gefördert. Bis zum 31. März können Anträge eingereicht werden. Im Juni werde entschieden, welche Kommunen gefördert werden. 2021 bis 2022 sollen Strategien zur Umsetzung entwickelt werden. 1022 Gemeinden aus 84 Ämtern im Land könnten am Smart City-Förderprojekt des Landes teilnehmen.
