Probleme mit dem Trinkwasser

Schmalfeld möchte Verantwortung für Wasserwerk abgeben – Kaltenkirchen steht bereit

SCHMALFELD/KALTENKIRCHEN

Weil es im Ort immer wieder Probleme mit der Qualität des Trinkwassers gibt, hat sich die Gemeindevertretung für eine grundlegende Veränderung entschieden. „Wir werden die Bewirtschaftung unseres Wasserwerks an ein geeignetes Fachunternehmen übertragen“, kündigt Schmalfelds Bürgermeister Klaus Gerdes an. Gut möglich, dass der neue Partner aus Kaltenkirchen kommt und von dort vielleicht später auch mal das Trinkwasser fließt. Gerdes stellte Gespräche mit Olaf Nimz, Geschäftsführer der Stadtwerke Kaltenkirchen, in Aussicht. „Wir wollen uns nicht aufdrängen“, sagt der: „Aber wir stehen bereit und können die unterschiedlichsten Formen der Zusammenarbeit anbieten.“ Der Zweckverband Wasserversorgung Kaltenkirchen/Henstedt-Ulzburg fördert mit zwölf Brunnen Trinkwasser für das verbandsangehörige Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg und bereitet es in den vorhandenen Wasserwerken auf. Henstedt-Ulzburg bezieht es direkt vom Zweckverband. Der Eigenbetrieb des Amtes Kisdorf erhält es ebenfalls aus Kaltenkirchen und gibt es wiederum an zahlreiche Gemeinden weiter, während in Kaltenkirchen die Stadtwerke für das Trinkwasser zuständig sind. Über Geschäftsbesorgungsverträge haben sie für alle Partner auch die Betriebsführung übernommen. Wie jetzt Schmalfeld eingebunden werden könnte, ist noch unklar. „Wir müssten bei Gesprächen ausloten, was gewünscht wird“, sagt Nimz: „Wir können von der Lieferung bis zu einem Sorglos-Komplett- Paket fast alles.“ Auch der Bau einer Wasserleitung nach Schmalfeld ist für ihn denkbar. Die Schmalfelder könnten sich auch dem Eigenbetrieb Kisdorf anschließen, was aber ebenfalls eine neue Leitung notwendig machen würde. Doch soweit ist man in Schmalfeld noch nicht. Fest steht dort lediglich, dass sich etwas Grundlegendes ändern muss. „Ein Wasserwerk muss professionell und nicht zum Teil noch ehrenamtlich geführt werden“, steht aber für den Bürgermeister Klaus Gerdes fest. Bislang schaute im gemeindlichen Wasserwerk regelmäßig eine Fachbetrieb aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde nach dem Rechten. Aber bei kurzfristigen Störungen waren dann meist der gemeindliche Hausmeister oder gar der Bürgermeister zum Beispiel bei der Einstellung der Pumpen gefragt. „Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich hier eingreifen musste“, sagt Gerdes ein bisschen frustriert, denn immer wieder gab es zum Beispiel erhebliche Probleme mit einem überhöhten Mangangehalt im Wasser. Das Schmalfelder Trinkwasser stammt aus zwei Brunnen aus 105 Meter Tiefe und wird durch drei Reinwasserpumpen in das Leitungsnetz eingespeist. Sollte das Trinkwasser künftig aus Kaltenkirchen bezogen werden, würde das Schmalfelder Werk überflüssig. Bereits Anfang der 1990er-Jahre wollte die Gemeinde Schmalfeld sich schon einmal Trinkwasser aus Kaltenkirchen liefern lassen. Doch durch einen Bürgerentscheid wurde dieses Vorhaben verhindert. „Das war damals überhaupt erst der zweite Bürgerentscheid, der in Schleswig-Holstein durchgeführt wurde“, erinnert sich Gerdes.