Stadt will digitale Infrastruktur vorantreiben
Bürgermeister Sibbel berichtet über Glasfaser-Ausbaupläne – 45. Neujahrsempfang der
Eckernförder Bank
ECKERNFÖRDE
Die Stadt Eckernförde will ihre digitale Infrastruktur ausbauen. Anlässlich des Neujahrsempfangs der Eckernförder Bank berichtete Bürgermeister Jörg Sibbel vor rund 150 Gästen über das Ziel eines flächendeckenden Glasfaser-Netzes im ganzen Stadtgebiet. Das allerdings wird teuer: Erste Schätzungen sprechen von 16 Millionen Euro. Sibbel sieht die weitere Digitalisierung neben dem demographischen Wandel, der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und dem Erhalt von Ausbildungsplätzen als eine der großen Herausforderungen für Eckernförde. Der Glasfaser-Ausbau, so der Verwaltungschef, werde von Bürgern, Unternehmen und Behörden eingefordert. Die Kosten allerdings sind erheblich: Experten haben sie auf rund 16 Millionen Euro veranschlagt. Auf Förderungen von Land und Bund kann Eckernförde bei einem solchen Projekt nicht hoffen. „Nur unterversorgte Gebiete erhalten Zuschüsse“, erläuterte Sibbel. Unterversorgt sind in diesem Fall Regionen mit Übertragungsraten von unter 30 Megabit. Diese Leistung wird in Eckernförde überschritten. Damit wäre der Glasfaser-Ausbau in der Stadt nicht förderungsfähig. Doch was bringt das schnelle Netz? Mit ihm ließen sich laut Sibbel Geschwindigkeiten von 1000 Megabit und mehr erreichen. Einen entsprechenden Ausbau der Infrastruktur hält der Bürgermeister für „zwingend notwendig“, wenn Eckernförde nicht von der digitalen Entwicklung abgehängt werden soll. Kurze Verzögerungszeiten im Netz sind zudem Voraussetzung für die Zukunftsvision des autonomen Fahrens. Auch der neue superschnelle Funk-Standard 5G benötigt engmaschige Funknetze, die wiederum Glasfaseranschlüsse voraussetzen. Als Partner für den Ausbau der digitalen Infrastruktur verweist Sibbel auf die Eckernförder Stadtwerke mit dem neuen Stadtwerke-Verbund mit Rendsburg und Schleswig im Hintergrund. Um die Kosten zu stemmen, sieht der Bürgermeister auch die Stadt gefordert. Der Eckernförder Haushalt sei traditionell solide aufgestellt, sagte er. „Wir werden die Stadtwerke finanziell bei der Mammutaufgabe Glasfaser unterstützen können.“ Als zweiter Gastredner ging der CDU-Bundestagsabgeordnete Johann Wadephul auf den Einsatz der Bundeswehr im Nahen und Mittleren Osten ein. Nach dem Angriff der USA auf den iranischen General Soleimani seien Teile des Bundeswehr- Kontingents aus der Ausbildung genommen worden, berichtete er. Wadephul warnte vor einer weiteren Destabilisierung der Krisenregion. Den Einsatz deutscher Soldaten halte er dabei nach wie vor für notwendig. Um weitere Flüchtlingsströme nach Europa zu verhindern, sei ein Mindestmaß an Stabilität und politischer Ordnung erforderlich, sagte er. Dafür müsse auch Deutschland bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig mahnte er, dass Europa in einer unruhig gewordenen Welt zusammenstehen müsse. Zum 45. Neujahresempfang der Eckernförder Bank hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Martin Borchert über 150 Gäste aus Politik und Gesellschaft begrüßt. Der Bankvorstand informierte über das abgelaufene Geschäftsjahr.
