Politik stimmt zu: Strom wird ab Februar 2020 teurer

BARMSTEDT

Mit deutlicher Mehrheit hat die Stadtvertretung der von den Stadtwerken empfohlenen Erhöhung der Strompreise im Grundversorgertarif zugestimmt. Sie werden somit ab Februar 2020 um etwa sieben Prozent steigen – von derzeit 30,24 Cent pro Kilowattstunde (kWh) auf 32,84 Cent/kWh. Für einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden bedeutet das laut den Stadtwerken eine Mehrbelastung von 65 Euro. Vertreter von SPD, CDU und FWB votierten für die Erhöhung, die BALL-Fraktion sowie Annette Bremer-Wilms (SPD) und Claus-Peter Jessen (Grüne) stimmten dagegen. Marina Quoirin-Nebel (Grüne) enthielt sich. Die Stadtwerke begründen die Erhöhung mit gestiegenen Beschaffungskosten sowie höheren Netzentgelten und Umlagen, etwa für erneuerbare Energien.

Gewinn stammt aus dem Gas-Geschäft 

„Dafür, dass es 100-prozentiger Ökostrom ist, ist er noch günstig“, sagte Ernst-Reimer Saß (CDU). Andere Anbieter seien teurer, obwohl sie konventionell erzeugten Strom lieferten. Dennoch sei die Erhöhung „um brutto 8,6 Prozent beachtlich“, wie Günter Thiel (BALL) erklärte. Klaus Kuberzig (BALL) und Annette Bremer-Wilms (SPD) verwiesen auf den Gewinn in Höhe von 1,3 Millionen Euro, den die Stadtwerke in 2018 erwirtschaftet hätten. „Davon können sie ruhig mal etwas abgeben“, sagte Bremer-Wilms. „Menschen brauchen nun mal eine bestimmte Menge an Strom und Gas, um zu leben.“ Der Gewinn stamme aber nicht aus dem Stromgeschäft, wie Hauke Johannsen (CDU) und Peter Gottschalk (FWB) erwiderten. „Das Geld verdienen die Stadtwerke mit Gas und langsam mit Breitband. Und wir müssen aufpassen, dass die Strompreise kostendeckend bleiben, sonst buttern wir zu“, mahnte Johannsen.