Elmshorns Masterplan für den Klimaschutz
Grüne legen Entwurf vor / Bürger und Unternehmen sollen mitgenommen werden
ELMSHORN
Sonja Kindlein und Hinrich Höft sprechen von einem „kompletten Neuanfang.“ Von einem „Riesenprojekt“, das jetzt angeschoben werden soll. Die beiden Grünen-Politiker haben gestern den „Elmshorner Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmasterplan 2020“ vorgelegt. Elmshorn soll in den kommenden Jahren zur klimafreundlichen Stadt werden. „Ohne Verzicht, ohne Verluste, ohne Verbote“, betont Höft. Das sei den Grünen ganz wichtig. Der Klimaschutz soll positiv besetzt, die Resignation überwunden werden.
Die Grünen legten kein fertiges Konzept vor, sondern Leitsätze und Ziele, die am Ende in ganz konkrete Aktionspläne münden sollen. „Wir wollen die Bürger beteiligen, die Unternehmen mitnehmen und gemeinsam mit den anderen Parteien und der Stadtverwaltung dem Klimawandel mit den richtigen Schritten begegnen“, betont Kindlein. Auch externe Expertise soll über „European- Energy-Award“-Berater eingekauft werden.
Die Grünen machen deutlich, dass das, was bisher beim Klimaschutz in Elmshorn passiert ist, nicht reicht. Die verkehrsbedingten Kohlendioxid-Emissionen sind laut „Klimaschutzkonzept Elmshorn“ von 1995 bis 2007 um 15,8 Prozent von 91 700 Tonnen auf 106 300 Tonnen gestiegen (Pro-Kopf-Emissionen etwa 2,18 Tonnen pro Jahr). Damit liegt Elmshorn bei den verkehrsbedingten Kohlendioxid-Emissionen deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der 2007 bei 1,90 Tonnen pro Kpf und Jahr lag. Seit 2007 habe sich diese Zahl sogar noch erhöht.
Das übergeordnete Ziel wird in dem Masterplan aber schon formuliert: „Die Stadt Elmshorn wird die Treibhausgasemissionen für die Sektoren Verkehr, Wirtschaft, Privathaushalte und öffentliche Liegenschaften drastisch senken, um bis 2035 weitestgehend klimaneutral zu werden.“
Folgende Grundsätze sind in dem Masterplan enthalten:
Es wird ein Leitfaden für Klimaschutzbelange erarbeitet.
Für Neubauten wird eine in der Jahresbilanz klimaneutrale Energieversorgung mit möglichst hohem Anteil lokal verfügbarer regenerativer Energien als Ziel fixiert.
Flächenverbrauch und Flächenversiegelung werden reduziert. Es sollen Anreize zu freiwilligen Entsiegelungen geschaffen werden.
Es ist ein klimaneutrales und ökologisch ausgerichtetes Nutzungskonzept für die Grünflächen insbesondere in Bezug auf den Baumbestand für ein besseres Stadtklima sowie der Speicherung von Kohlendioxid, urbaner Gartenbau und Blühwiesen zur Förderung der Insektenfreundlichkeit und Artenvielfalt zu erstellen.
Die Stadt Elmshorn unterstützt die Gründung von Bürgerenergie-Genossenschaften.
Die Stadtwerke Elmshorn dienen der Stadt Elmshorn als Klimaschutzmotor. Die Energiewirtschaft wird sukzessive auf erneuerbare Energieversorgung umgestellt. Eine Kooperation mit den Umlandgemeinden ist ausdrücklich erwünscht.
Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes mit dem Hauptziel einer deutlichen Reduzierung der verkehrsbedingten Kohlendioxid-Emissionen durch Verminderung auch mittels Einschränkungen des motorisierten Individualverkehrs hin zu mehr ÖPNV und einer Erweiterung des Radwegenetzes. Die Stadt Elmshorn berücksichtigt ab sofort die Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen und bevorzugt Lösungen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken.
Der Bürgermeister wird aufgefordert, die Kosten und mögliche Einsparungen zur Schaffung eines neuen zentralen ressortübergreifenden Amtes im Baudezernat 3, bestehend aus Klimaschutzmanagement, Energiemanagement und Nachhaltigkeit, nach dem Vorbild eines integrierten Managementsystems (IMS) zu benennen.
Das Energie- und Klimaschutzmanagementsystem „European Energy Award“ wird in Elmshorn eingeführt. Verbindliche und ambitionierte Klimaziele werden durch Vertreter aus Verwaltung, Politik und einer öffentlichen Beteiligung entwickelt, beschlossen und umgesetzt.
